Kompressor "restaurieren"

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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von R30TWRC » 04.04.2018, 12:39

halt uns auf den Laufenden, Bilder und eine kleine Beschreibung dazu wäre sicher interessant für andere :)

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war das nicht der Leitsatz vom MIT :?: :D
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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von RolandKan » 06.04.2018, 08:55

Klar, dann ist das mal dokumentiert. Leider findet man derzeit nirgends ein Beschreibung oder überhaupt Infos zum Kompressor.

Aber bevor ich die jetzt bestelle, wäre zu überlegen ob ich ein anderes Pulley verbaue. Ich weiß derzeit leider nicht, welches original verbaut ist, also 73 oder 88 Zähne. Aber mal blöd gefragt, was bringt eine Änderung der Zähnezahl wirklich?

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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von R30TWRC » 06.04.2018, 10:48

Andere Zähnezahl bei selben Modul bringt eine andere Übersetztung und dementsprechend mehr Drehzahl bei weniger Zähne am Kompressorrad, was für Möglichkeiten es da gibt an Kombinationen puhh da wäre Carlicous Parts der bessere Ansprechpartner. Grundsätzlich will man ja mehr Drehzahl um mehr Volumen und damit verbunden Druck zu erzeugen. muss aber immer alles abgestimmt werden wenn du da was änderst.
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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von designer2k2 » 17.04.2018, 12:26

kleineres Pulley = mehr Dampf. Aber Vorsicht, das ist nicht so einfach wie das Dampfrad vom Turbo bissl aufdrehen :daumendreh:

Hier bissl was zum V9F und Durchmesser von den Rädern: https://www.vr6forum.eu/viewtopic.php?f=21&t=6111
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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von RolandKan » 28.04.2018, 16:36

Also ich dreh jetzt dann noch vollkommen durch.. Jetzt habe ich alle Schrauben am Kompressor gelöst und hab keine Ahnung, wie ich ihn jetzt zerlegen kann um an die Lager zu kommen. Braucht man da irgendeinen speziellen Abzieher, oder so? :?:

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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von designer2k2 » 29.04.2018, 10:15

Gehäuse spalten wird bissl Gefühl und Gewalt brauchen, der Vortech zb ist mit Dichtmasse zugeklebt gewesen.
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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von RolandKan » 02.05.2018, 08:57

So ich musste leider an dem Tag abbrechen, da ich das Auto am Folgetag brauchte.. Ich hab allerdings die Lager des Antriebsrades gewechselt, das war ein eindeutiger Unterschied.
Die alten Lager haben hörbare Schleifgeräusche gemacht, während die neuen Lager vollkommen lautlos sind, dazu habe ich das neue SAE60 - Öl auch gleich auf den richtigen Stand befüllt. :up:
Nachdem ich alles zusammen gebaut habe und der Kompressor wieder eingebaut war, hab ich gleich mal eine kleine Testfahrt gemacht.
Nach einer längeren Tour zum warm fahren, kam es mir immer noch nicht wirklich wie 280 PS vor, aber der Kompressor brummt nicht mehr, der Keilriemen quietscht nicht mehr bei hoher Drehzahl und er zieht sauber an und auch durch. :denk:

Ich denke mal das gröbste ist durch, jetzt überlege ich ehrlich gesagt, ob ich die Lager vom Kompressor überhaupt noch wechseln sollte, da der Kompressor schön hochpfeift und es jetzt nicht so klingt als wäre das was kaputt.. :denk:

Jetzt hab ich aber erst mal noch einen Fehler bei dem Heizstromkreis der Lambdasonde und der LMM bringt mir einen Fehler :denk:

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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von designer2k2 » 02.05.2018, 14:46

:up:
Bilder? :buch:
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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von RolandKan » 09.05.2018, 09:48

Sorry, Bilder kommen noch. Ich komm zurzeit nur nicht wirklich dazu ^^

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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von Frittn » 02.07.2020, 12:56

Hallo,

der Beitrag ist zwar schon 2 Jahre alt, aber ich denke für alle nachfolgenden Suchenden kann ich die Lösung bringen.
Ich habe auch nen Golf 4 V6 4 Motion, der von Abt "umgebaut" wurde. :igitt:

Nachdem ich nun meinen Motor komplett zerlegt und Ihm einmal die komplette Kur gegönnt habe, ging´s an den Kompressor.
Das Ding war einfach fertig. Der Golf lief um die 196000km mit dem Kompressor, ob der jemals richtig gewartet wurde, steht in den Sternen geschrieben. Ist auch egal.

Fakt ist, ich wollte Ihn nicht wieder so einbauen.
Also habe ich mich auch an RUF gewandt. Mir wurde das selbe Angebot unterbreitet wie das vom TE.
Ich muss zugeben habe Kurz überlegt, aber es war mir dann doch etwas zu teuer.

Kurzer Hand hab ich das Ding zerlegt.
Ist ganz simpel.
Nachdem der Kompressor ausgebaut ist, muss man das Zahnrad entfernen. Dazu benötigt man einen Auszieher, da dass Zahnrad mit der Läuferwelle verpresst ist. Zuerst die Schraube lösen. 14er Schlüsselweite (am besten Schlagschrauber)
Der Abzieher muss ein Außengewinde M22x1,5 besitzen. Zum Abdrücken habe ich ein ein M8 Innengewinde in den Auszieher geschnitten, da dass Schraubgewinde der Läuferwelle M10x1 ist.
Das ganze habe ich aus Rohmaterial 6 Kant mit Schlüsselweite 24mm gefertigt. ca 20mm Lang.

Danach entfernt die 2 Gewindestife M8 (Rot makiert 180° versetzt) mit Innensechskant, dann öffnet man die 3 M5 Inbusshrauben (gelb markiert 3x120°) und drückt somit den Aluring der Ölkammer ab, geht dann ziemlich simpel auf, mann muss aber immer die 3 Schrauben mit rausdrehen, da man sonst hängen bleibt. :)
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Nachdem das alles erledigt ist, entfernt man das Verdichtergehäuse.
Ist nur verschraubt. Alle umliegenden M6 Inbusschrauben lösen und mit Kunststoffhammer + leichten Schlägen lösen.
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Hier die "Passschraube" entfernen. SW19 Langnnuss und Schlagschrauber und am "Impeller" festhalten mit einem Tuch. Achja, beide M10x1 Rechtsgewinde in der Läuferwelle.
Hier benötigt man wieder einen weiteren Abzieher.
Rohmaterial 6 Kant Schlüsselweite 24mm ca 20mm lang.
Diesmal ist es ein M20x1 Gewinde Rechts. Selber aufbau wie der andere mit M8 Innengewinde.

Wenn das alles erledigt ist und der Impeller abgezogen ist, öffnet man den darunterliegenden Sicherrungsring.
Aber Achtung, dieser steht unter Spannung, da dass Lagergehäuse mit einer Tellerfeder unter dem Sicherrungsring Axial an den Anschlag gedrückt wird!
Sicherrungsring rausnehmen, Tellerfeder abnehmen und Zahnradseitig mit einem Kunststoffhammer das Lagergehäuse austreiben Richtung Impeller.
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Wenn das geschafft ist, habt ihr das Gehäuse in der Hand.
Jetzt ganz wichtig... Die Dichtungen gehen bei der Demontage 100% kaputt.
Dies sind spezielle Radialdichtringe, gibt es nicht auf den Freien Markt zu kaufen! Diese Radialdichtringe vertreibt die Firma VR-Dichtungen

https://vr-dichtungen.com/produkte/einl ... ng-schmal/

Es ist die Bauform DOA im Gehäuse eingesetzt.
Da ich aber auch kein Glück hatte mit einem Direktkontakt, muss man die Dichtungen bei RUF kaufen.

Zum zerlegen des Lagergehäuse geht man wie folgt vor.

Seite 1 = Kurze Seite Durchmesser 45mm.
Hier benötigt man wieder ein Spezialwerkzeug zum öffnen der Mutter!
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Ich habe 4x M3 Gewinde 6mm Tief auf den Teilkreis (Bohrbild) Durchmesser 34,5mm eingebracht und 4 Gewindestifte eingesetzt.
In der Mutter sitzt der oben erwähnte Dichtring. Dieser geht mit Glück nicht kaputt beim öffnen.
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Wenn die Mutter raus ist (geht echt ziemlich schwer, weil sie eingeklebt wurde), sieht das Teil so aus.
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Die zweite Mutter mit einer Langnuss SW22 entfernten. Am besten die Läuferwelle gegenhalten.
Achtung, diese Mutter sind nicht angeknallt bis ultimo! Hierbei handelt es sich um ein absolut filligranes Gewinde. M17x0,75, also vorsicht!
Dann kann man die Läuferwelle mitsamt dem Gegenlager nach hinten austreiben.
Im Gehäuse sind 3 Lager verbaut. 1 Normales Kugellager 6203 und 2 Spindellager von SKF 7003.
Mittlerweile gibt es dieses Lager aus Hybridausführung (Stahlhülle, Keramikkugeln), da die Stahlausführung nur bis 20000 u/min Freigegeben wird!
Das sind Schrägkugellager, diese müssen wieder korrekt eingesetzt werden, da sie verspannt werden müssen.
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Wenn man die Welle austreibt, kommt der verpresste Aluring der Gegenseite mit raus.
Dann die zweite Mutter M17x0,75 entfernen und das 6203 Lager abnehmen.

Alles schön sauber machen, neue Lager mit Wärme einsetzen und in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen.

Für mich war das allerdings keine Option, da mir die Lagerrung für mein vorhaben nicht ausreicht und ich gerne mehr Ladedruck fahren würde.
Also habe ich kurzer Hand alle Teile neu konstruiert und gefertigt.

Die komplette Lagereinheit als Baugruppe.
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Die Läuferwellen, welche momentan beim Härten sind, dass ich Sie danach schleifen kann.
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Neu gefertigte Antriebszahnräder mit geänderter Zähnezahl...
Inc neuen Lagern, stabilerer Ausführung (Da doppelt gelagert) und neuem Riemenspandorn.
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Naja, bis dahin bin ich erst mal gekommen.
Ich verwende für die Lagerrung Vollkeramik Kugellager. Diese können 3x mehr Drehzahl als die Standard Stahllager von SKF.
Die Lager in Stahlausführung sind auf 22000 u/min begrenzt. Keramik hingegen kann die 66000 u/min dauerhaft halten.

Ich denke, reicht bis hierher, kann das Thema gerne wenn gewünscht beenden und meinen Fortschritt hier mitteilen.

Liebe Grüße
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Re: Kompressor "restaurieren"

Beitrag von We_are_six » 02.07.2020, 13:32

Alter Schwede, Spitzenleistung und super Beschreibung! :applaus:

Hut ab!

Gruß
was
Golf 2 1.8t BAM
Corrado VR6T ABV GT30

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